Die Senioren-Videokonferenz

Vor fast einem Jahr gab es hier eine Softwareempfehlung: Jitsi. In der letzten Woche habe ich Jitsi genutzt, um zwei Menschen, für die das Internet wirklich „Neuland“ ist, zusammenzubringen: Meine Großmutter und ihre Schwester. Hintergrund war, das bei meiner Großmutter das Alter schon soweit zugeschlagen hat, das sie nur schwer aus dem Haus kommt. Beide waren erst sehr skeptisch, dann aber begeistert, die jeweils andere mal wieder „Live“ zu sehen. Und hatten natürlich sofort die Idee, auch die dritte Schwestern in das Chatsystem einzubinden. Da bin ich mal neugierig, was noch passiert.

Für mich aber auch mal wieder ein schöner Beweis, dass das Internet und moderne Kommunikationsformen das Leben doch erleichtern können. Und das die moderne Technik  nicht nur zur absonderung von verbalem Müll in Form von Hasskomentaren taugt.

SSL-Verschlüsselung mit Let’s Encrypt

Sicherheit im Internet ist ja schon länger ein großes Thema. Ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit im Netz ist ja bekanntlich die Verschlüsselung. Leider ist dieser Baustein wohl doch nicht so einfach umzusetzen, wie es wünschenswert wäre. Seit dem 03.12.2015 gibt es hier den offiziellen Beta-Test für ein neues Projekt, mit dem es sehr viel einfacher sein soll, mit seinem Webserver eine SSL-Verschlüsselung kostenlos anzubieten: Let’s Encrypt (Wikipedia dazu).

Da mein Provider, die Fa. Schokokeks, ihren Kunden eine einfache Möglichkeit zur Nutzung von Let’s Encrypt eingerichtet hat musste ich natürlich ein wenig experimentieren, und seit einem knappen Monat läuft das hier mit SSL, aus meiner Sicht auch ganz gut. Es ist sicher alles noch im Beta-Stadium und vielleicht gibt es auch noch weitere Probleme, aber da ich mit diesem Blog kein Geld verdienen will bin ich bereit, das zu akzeptieren.

Natürlich ist Let’s Encrypt, wie wohl die meisten Neuerungen im Internet, umstritten. Der bekannte Blogger Felix von Leitner hat in seinem Blog auch einen schönen Rand dazu geschrieben, den Rand später erklärt, und dann selbst Let’s Encrypt bei sich ausgerollt. So ist das Netz, wobei der Mann natürlich ein Stück weit recht hat, Mist bleibt Mist und ohne Kritik wird es keine Entwicklung geben.

Neben diesem Ideenblog verwendet auch mein Fotoblog jetzt zwingend SSL.

Ein etwas anderer Ego-Shooter

Im Moment nehmen wohl die Bleiwüsten hier im Blog überhand, sorry das es heute schon wieder eine gibt.

Es ist eine ganz sponntane Idee, die mir heute Nacht gekommen ist. Und es ist eine Idee, welche ich selbst sicher nie verwirklichen kann. Die meisten von Euch werden ja das Konzept des Ego-Shooters kennen. Die Idee ist, einen etwas anderen Ego-Shooter zu machen. Die handelnde Person ist Pressefotograf und als solche natürlich auch nur mit einer Kamera „bewaffnet“. Die Aufgabe ist es, spannende Fotos von einer Demo zu machen. Dafür kann sich der Fotograf nun ins Getümmel stürzen und fotografieren. Und auf der Demo gibt es jetzt das übliche: Polizei, friedliche Demonstranten, Gegendemonstranten, Gewaltbereite Idioten, Fahnen, Transparente und im Umfeld der Gewaltbereiten auch Steine, Wasserwerfer und Tränengas. Und hier soll man nun möglichst spannende Fotos machen, ohne irgendwas „abzukriegen“.

Ich fände so ein Spiel mal ganz spannend. Weiß zufällig jemand, ob es sowas schon gibt?

Softwareempfehlung 3: Expedition durch das Land der Pinguine

Linux. Das freie Betriebssystem begleitet mich schon eine ganze Weile. Kurz nach der Jahrtausendwende habe sogar ich Dickschädel eingesehen, dass AmigaOS keine Zukunft hat und bin auf Linux,  damals auf SuSE Linux 7.2, umgestiegen.  SuSE Linux (Heute: OpenSUSE) gab es damals auf 7 CDs mit 5 Handbüchern. Damals war es an einigen Stellen noch eine ganz schöne Fummelei, die Hardware und Linux unter einen Hut zu bringen, aber ich war Student und hatte von daher ja Zeit…

(Kurzer Hinweis vorab: Die Links in diesem Beitrag führen nicht unmittelbar zu den Linux-Distributionen usw. sondern zu den Beschreibungsseiten in der Wikipedia, das fand ich für nicht-Linux-Nutzer praktischer, da man sich so gleich informieren kann)

Das Bild zeigt den bekannten, etwas rundlichen TUX-Pinguin.

Das Linux-Maskottchen Tux, welches von Larry Ewing (lewing@isc.tamu.edu) mit TheGimp erstellt wurde.

Und wie sieht es heute aus? Für viele Menschen aus der Windows-Welt ist sicher die Modularität von Linux sehr verwirrend. Eine nutzbare Linux-Installation besteht aus dem Linux-Kernel und einem Haufen Anwendungsprogrammen drum herum. Und da gibt es für viele Aufgaben mehr als ein Programm, und so kann eine Linux-Installation sehr verschieden aussehen. In der Praxis bauen sich das aber nur wenige Menschen wirklich selbst zusammen sondern man nutzt eine fertige Zusammenstellung, eine Linux-Distribution. Und von diesen Zusammenstellungen gibt es einen ganzen Haufen, wie man an dieser unvollständigen Liste aus der Wikipedia sehen kann. Die Auswahl der „richtigen“ Distribution ist hierbei von vielen Faktoren, nicht zuletzt auch vom Geschmack der Anwender, abhängig und damit eine nicht ganz so einfache Sache.Und natürlich können sich Linux-Freaks sehr ausgiebig über die „richtige“ Distribution streiten….

Auch wenn ich nicht alle Distributionen kenne möchte ich hier mal zwei Empfehlungen geben.

Wie schon geschrieben war meine erste Distribution ja SuSE Linux und ich bin danach auch lange Zeit SuSE auf meinem privaten Rechner treu geblieben. Irgendwann kamen dann die heute schon wieder etwas verschwundenen Netbooks auf. Da ich einige Zeit lang aufgrund einer Fernbeziehung viel mit der Bahn unterwegs war fand ich diese Netbooks auch sehr praktisch und hatte dort erst eins mit dem chinesischen LinpusLinux (welches meiner Meinung nach wesentlich besser ist als sein Ruf) nachdem dieses kaputt gegangen ist kam dann das heute noch verwendete Netbook mit Ubuntu.

Leider gab es auf meinem aktuellen Rechner mit OpenSUSE immer wieder Probleme. Schon bei der Installation gab es Zicken, einige Programme habe ich gar nicht zum laufen gebracht und die Hardware wollte auch nicht immer so richtig. Dennoch habe ich über ein Jahr mit den Einschränkungen gelebt, wobei ich ein paar Programme einfach in einer virtuellen Maschine mit Ubuntu genutzt habe.

Im Dezember 2014, „zwischen den Jahren“, habe ich dann die Zeit gefunden, Ubuntu parallel zu der bestehenden OpenSUSE-Installation zu installieren. Auch wenn die Unity-Oberfläche von Ubuntu sich schon von dem bisher von mir verwendeten KDE unterscheidet (vielleicht hätte ich besser Kubuntu, die KDE-Variante von Ubuntu, genommen), ich bin bisher sehr zufrieden damit. Die Einrichtung verlief schnell und reibungslos, und auch mit meiner Hardware kam Ubuntu sehr gut klar, nur bei meinem Uralt-Scanner war wenig Handarbeit notwendig (ein EPSON Perfection 1650, läuft bei mir nur mit dem SANE-Backend epson und nicht mit epson2).

Aus diesem Grund ist Ubuntu für mich eine klare Empfehlung, auch für Menschen, die bisher noch nicht so viel mit Linux zu tun hatten.

Nachdem diese Installation dann durch war äußerte auch meine liebe Frau den Wunsch, auf ihrem schon etwas älteren Notebook ein aktuelleres Betriebssystem zu nutzen (möglichst aber so, das sie das bisherige aber auch noch nutzen kann, falls sie damit besser klarkommt). Der Rechner ist wie gesagt schon etwas älter und hat auch nur 256MB Hauptspeicher. Die erste Idee war dann die „Light-Version“ von Ubuntu, Lubuntu. Allerdings benötigt die mehr als die besagte 256MB Hauptspeicher, daher haben wir uns dann für PuppyLinux in der Wary-Variante entschieden. Die Installation klappt ziemlich gut, und es funktioniert. Man kann die üblichen Aufgaben (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation usw.) in dem Umfang, wie man es üblicherweise privat braucht, machen und Internet (E-mail, Web, Jabber…) funktionieren auch. Es ist manchmal nicht ganz so schick, manchmal auch etwas umständlich, und manchmal auch nicht perfekt eingedeutscht, aber ich halte PuppyLinux gerade bei älteren Rechnern schon für eine Möglichkeit, die man probieren sollte.

Und jetzt bin ich mal neugierig, wie es weitergeht. Auf jeden Fall ist es sehr beeindruckend, wie sich die freie Software Linux in den letzten Jahren und Jahrzehnten entwickelt hat. Ich hoffe, es geht weiter..

(Wer mag darf sich jetzt in den Kommentaren darüber auslassen, das ich seine Linux-Distribution, die einzig wirklich gute, hier nicht erwähnt habe 🙂 )