Eine „schöne“ Parabolantenne

Das Foto zeigt eine Parabolantenne (Satelittenschüssel) auf einem Dach. Sie ist im Stil der "Himmelsscheibe von Nebra" bemalt.Bei uns in der Pampa gibt es ja kein Kabelfernsehen und das Internet ist auch erst seit wenigen Jahren so schnell, das man über Fernsehen per Internet überhaupt nachdenken kann. Entsprechend hat fast jedes Haus hier eine „Schüssel“, eine Parabolantenne für den Satelittenempfang. Meist in Grau und mehr oder weniger auffällig montiert.

Vor ein paar Tagen habe ich bei einer Wanderung im Harz eine Variante gesehen, wo die „Schüssel“ nicht einfach nur Grau war, sondern im Stil der Himmelscheibe von Nebra bemalt. Auch wenn man über das Motiv sicher diskutieren kann, die Idee, eine solche Parabolantenne künstlerisch zu gestalten finde ich toll, auch wenn ich es selbst nie hinkriegen würde.

Eine gute Nachricht

Wir leben ja in einer Zeit, in der schlechte Nachrichten die Medien dominieren. Gut, es gibt natürlich auch Angebote, die sich gerade auf gute Nachrichten spezialisiert haben (z.B. 1, 2 , 3, oder 4), wobei ich diese Angebote mir nicht so ganz intensiv angesehen habe,),  aber die meisten Leute lesen ja schon die „üblichen“ Medien, und dort gibt es Krisen, Gewalt, Mord, Hass und Probleme. Ich find es Schade, das wir Menschen uns so viel mit dem Schlechten und eher wenig mit dem Guten befassen, denn gerade von den Dingen, die Gut laufen, können wir lernen. Daher möchte ich heute auch mal etwas positives Blogen.

Wie fast jeden Sonntag habe ich heute morgen eine Walking-/Lauf-Runde rund um Winnigstedt gemacht, das ist meist der gleiche Weg von gut 6 Kilometern, für die ich auch eine gute Stunde brauche. Ziemlich am Ende der Runde habe ich am Winnigstedter Tiefenbach einen Jungen getroffen, der mir ganz froh erzählt hat, das es ganz, ganz viele Kaulquappen im Bach gibt. Die Nachricht hat mich sehr gefreut, nach meiner Erinnerung hat es früher, als ich noch an diesem Bach gespielt habe, dort selten Kaulquappen gegeben. Und im Sommer war der Bach auch meist ganz trocken. Das ist heute zum Glück anders, und ich Glaube, das die Natur sich in diesem Gebiet einiges zurück geholt hat. Es gibt wieder ein paar kleine Sumpfgebiete, viele Vögel, Frösche und andere Tiere. Ein deutliches Zeichen, das nicht alles schlechter wird.

Tauschzelle

Pfingsten waren wir wieder ein wenig wandern, und dabei sind wir auch auf etwas gestossen, was „kopierwürdig“ ist, den Barnstorfer Büchertausch. Dieser befindet sich im Ortsteil Barnstorf der Gemeinde Uehrde (Es gibt noch andere Orte mit diesem Namen) und die Sache ist schnell erklärt: In einer alten Telefonzelle befinden sich Bücher, und man kann dort seine eigenen Bücher tauschen. Und es scheint zu funktionieren, und das obwohl die Telefonzelle frei Zugänglich ist. (Ja, sowas gibt es auch an anderen Orten, ich weiß 🙂 ).

Ich finde die Idee, auf diese Weise alte Bücher zu tauschen, sehr gut. Vielleicht könnte man das ja auch auf andere Dinge, die man abgeben/eintauschen möchte, ausweiten? Hat da vielleicht jemand schon was von gehört/gesehen?

Das Bild zeigt eine alte, gelbe Telefonzelle, die im inneren ein Regal mit Büchern hat. Auf der Zelle steht "Barnstorfer Büchertausch"

Büchertauschzelle in Barnstorf

 

Ideen für das Leben auf dem Land

Heute gibt es mal wieder eine Bleiwüste zu einem schwierigen Thema: Das Leben auf dem Land.

Als ich 4 Jahre alt war kamen wir, mehr durch Zufall als geplant, in das kleine Dorf Winnigstedt an der damaligen Grenze zur DDR. Das Dorf hatte damals eine ganz Nette Infrastruktur, eine Schule, eine Post, zwei Banken, zwei Lebensmittelläden, mehrere Handwerksbetriebe, ein Friseur, eine Apotheke, ein Arzt und mehrere Kneipen. Und auch die übliche Vereinsinfrastruktur mit Sport-, Schützen-, Kleingarten und anderen Vereinen war vorhanden. Was fehlte war ein Kindergarten, dieser wurde dann mit hohem Engagement von Eltern aufgebaut. Es war ein netter Ort mit einem netten Leben. Natürlich haben sich die Dinge irgendwann geändert, und auch die Grenzöffnung hat einiges verändert. Und irgendwann ging es los, das Geschäfte und Einrichtungen geschlossen wurden, das die Jungen weggezogen sind. Auch ich habe einig Zeit außerhalb von Winnigstedt gelebt (und bin auch froh darüber, mal woanders gewesen zu sein). Wenn ich heute durch mein Heimatdorf gehe, dann sehe ich leere Häuser, leere Geschäfte und verlassene Gebäude. Natürlich gibt es viele Dinge, die noch vorhanden sind, und manche Dinge sind sogar besser geworden. Andere Dinge sind eher bitter, wie der fehlende Arzt (und auch der Arzt in der Kleinstadt Schöppenstedt, zu dem ich danach gegangen bin, hat leider keinen Nachfolger für seine Praxis gefunden). Das Leben auf dem Land verändert sich, viele Menschen ziehen in die Städte, viele Menschen werden Älter. Wie kann man das Leben auf dem Land so gestalten, das es „funktioniert“? Das die Menschen weiterhin eine funktionierende und ausreichende Infrastruktur haben, dass sie gerne auf dem Land leben? Auch die Menschen, die kein Auto haben, auch die Menschen, die eine intensivere medizinische Versorgung brauchen, auch die Menschen, die alt sind oder kleine Kinder haben?

Es sind schwierige Fragen, und ich habe auch kein Patentrezept. Gerne wird nach dem Engagement der Bürger, nach Ehrenämtern und ähnlichem geschrieben. Aber auch dieses hat Grenzen und man darf bei all den wunderbaren Dingen, die in Deutschland ehrenamtlich gemacht werden nicht vergessen, das ein Ehrenamt meist etwas ist, was man zusätzlich zu seinem Beruf und seiner Familie macht. Da hat die zur Verfügung stehende Zeit schon Grenzen. Von daher denke ich, das vieles ehrenamtlich möglich ist (und auch heute schon gemacht wird), es aber doch Grenzen gibt. Außerdem glaube ich nicht, das es richtig ist, wenn sich der Staat immer weiter zurückzieht. Gerade den Stillegungs- und Spar-Wahn im Bereich der Infrastruktur, z.B. im Nahverkehr, finde ich ziemlich daneben. Damit kann man zwar kurzfristig vielleicht ein paar Geldprobleme lösen, langfristig schafft man aber nur noch größere Probleme, da noch mehr Menschen den ländlichen Raum verlassen.

Ein sicherlich richtiger Schritt, der in eine ganz andere Richtung ging, war hier im LK Wolfenbüttel: Breitbanderschliessung (Dazu ein interessanter Artikel bei heise.de). Auch wenn ich selbst aufgrund von Kündigungsfristen wohl noch bis Juni mit DSL-Light auskommen muß, ich finde es gut, das man hier einen Weg gefunden hat, auch auf dem Land, in der Pampa, eine vernünftige Breitbandanbindung zu ermöglichen. Das hilft sicher auch den verbliebenen Firmen weiter, denn in vielen Bereich ist die Kommunikation per Internet heute so selbstverständlich das man ohne Probleme bekommt.

Man sieht, es gibt durchaus auch Dinge, die funktionieren und auch sicher viele Wege, wie man mit wenig Aufwand etwas verändern kann. Ähnlich wie bei den Brennesseln möchte ich hierzu in paar Ideen sammeln und hier auch hin und wieder was schreiben. Schauen wir mal, was dabei rauskommt….