Die Oya – Eine Zeitung voller Ideen

Die deutsche Presselandschaft ist eine sehr merkwürdige Welt. Die Verlage reden zwar viel von Qualitätsjournalismus, aber immer häufiger wird das lesen, auch außerhalb der klassischen Boulevardblättchen, zur Qual. Oberflächlich recherchierte Artikel, die häufig dem „Mainstream“ der Republik oder zumindest der Redaktion folgen, sind leider zum normalen Bestandteil vieler Zeitungen geworden. Debatten, kritische Meinungen und auch die Darstellung von verschiedenen Standpunkten ist leider selten in der Zeitung zu finden. Schade.

Vor einiger Zeit bin ich über eine Zeitung gestolpert, die anders sein will und die sich das Motto „anders denken, anders Leben“ gegeben hat: Die Oya. Eine alle 2 Monate erscheinende Zeitung, die eindeutig aus der alternativen Szene kommt und auch vor heißen Eisen keine Angst hat.

Ich finde die Oya spannend und habe sie auch abonniert. Es ist sicher keine Zeitung, die man mal eben zwischendurch liest. Und ja, man merkt ihr an, das sie aus der alternativen Szene kommt. Manchmal zu deutlich. Mit manchen Dingen in der kann ich auch nicht soviel anfangen, gerade wenn es in die Esoterik geht. Und die Gemeinschaften-Szene ist in manchen Ausgaben auch ein wenig zu stark vertreten. Dennoch, es ist eine Zeitung, die Ideen vorstellt und die zum nachdenken anregt. Auch wenn man manchmal zu dem Ergebnis kommt, das man die Lösung bzw. den Vorschlag im Artikel für völlig falsch hält.

Die Oya, welche von einer Genossenschaft herausgegeben wird, ist meiner Meinung nach eine echte Bereicherung für die deutsche Presselandschaft. Ich lese sie gerne, auch wenn ich nicht immer die Meinung der Autorinnen und Autore teile. Aber das muß man ja auch nicht.  Schließlich möchte man sich ja informieren, um selbst eine Meinung zu bilden.

Die Artikel in der Oya stehen im Regelfall unter eine Creative-Commons-Lizenz, näheres dazu steht im Oya-Impressum.

Eine kleine Auswahl von Artikeln, die es auch online gibt:

Die Internetseite der Oya ist http://www.oya-online.de/. Dort kann man auch ein Probeheft bestellen.  Ansonsten gibt es die Oya im Abo, der reguläre Preis für 6 Ausgaben im Jahr sind 36€. Es gibt aber auch ermässigte Abos und Förderabos zu höheren Preisen.

Patenschaften für alte Sorten

Gute Ideen sind ja bekanntlich dazu da, kopiert zu werden.

Während unseres Urlaubs in Ediger-Eller haben wir auch einen Ausflug auf den Klettersteig am Calmont zwischen Ediger-Eller und Bremm (Bremmer Calmont) gemacht. Dort sind wir über eine Idee gestolpert, welche vielleicht auch woanders auf diesem Planeten interessant sein könnte.

Der Bremmer Camlont ist der steilste Weinberg in Europa. Aufgrund der steile und der sonstigen geologischen Lage wachsen hier Reben, aus denen man einen besonders guten Riesling machen kann (sagen zumindest die Winzer, ich bin zu wenig Weinkenner, um dazu was zu sagen). Jedoch ist nicht alles, was für den Wein positiv ist, auch für den Winzer positiv. Aufgrund der Steilheit des Calmonts ist der Einsatz von Maschinen sehr schwierig, viele Flächen wurden ganz oder zweitweise aufgegeben und erst der Einsatz von Einschienen-Zahnradbahnen und anderer Technik hat dazu geführt, das der Berg überhaupt weiter bewirtschaftet wird. Und trotz aller Technik bleibt vieles noch anstrengende und aufgrund der Steilheit auch nicht ganz ungefährliche Handarbeit.

Findige Winzer haben hier Modelle gefunden, mit denen sich Menschen an dem Weinbau beteiligen können, z.B. Patenschaften oder auch Aktien-Modelle.

Das BIld zeigt eine Schiefertafel mit einer Riesling-Patenschaft an einer Weinrebe. Der Name des Paten ist anonymisiert.

Riesling-Patenschaft

Das Bild zeigt Schieferschilder mit Aktien, die an Weinreben befästigt sind. Die Namen der Aktionäre wurden anonymisiert.

Weinreben mit Aktien

Wären solche Modelle, die im Detail ja sehr unterschiedlich ausfallen können (Was bekommt der Pate für sein Engagemeint) nicht auch eine Lösung, um schwierige Lagen oder seltene Sorten/Pflanzen in anderen Gegenden zu erhalten? Und könnte man so nicht auch dem Einheitsbrei der modernen Landwirschaft, die vielfach nur wenige Sorten, die hohe Erträge versprechen, anbaut, etwas entgegensetzen? Was meint Ihr?

Noch eine kleine persönliche Anmerkung: Die Moselregion ist schon ein sehr schönes Urlaubsgebiet, wir waren in Ediger-Eller im Ferienweingut Kreuter und es hat uns sehr gut gefallen.

Noch ein Namensschild

Nachdem es aus verschiedenen, meist positiven (Urlaub!), Gründen hier im Blog etwas zu ruhig geworden ist noch eine kleine Bastelei.

Namensschild aus Plexiglas, der Name ist eingraviert

Namensschild

Auch angeregt durch das Rollator-Namensschild habe ich die Gelegenheit genutzt, bei einer Bestellung bei Formulor dieses Namensschild mit machen zu lassen. Es ist aus 8mm starkem Acrylglas per Laser eingraviert und wurde mit Inkscape erstellt. Ich finde es sehr schön und möchte es an meinem Fotorucksack nutzen.