Ideen für einen anderen Weihnachtsmarkt

Im letzten Jahr gab es hier ja bereits einen Eintrag zu alternativen Weihnachtsmärkten. Die Idee, einen Weihnachtsmarkt anders als die üblichen Freß-. Sauf- und Konsum-Märkte zu organisieren hat mich in der Zwischenzeit immer mal wieder beschäftigt und ich möchte mal ein paar Ideen und Ansätze dazu hier bloggen. Die Grundidee ist, verschiedene „Module“ zu entwickeln, die man dann für einen konkreten Weihnachtsmarkt zusammenbauen kann, wie man möchte. Wobei natürlich im Vorfeld noch die Frage zu klären ist, wie alternativ der Weihnachtsmarkt sein soll (z.B. darf überhaupt was verkauft werden, darf es kommerzielle Stände geben). Das muß natürlich im konkreten Fall festgelegt und geplant werden.

moduleDIe Pflichtmodule

WC & Co.

Wo Menschen zusammenkommen, da möchten sie auch ihren Bedürfnissen nachkommen, von daher braucht man irgendwie ein WC, ohne geht es nicht.

Ver- und Endsorgung

Auch ein Thema, das zu heißen Diskussionen einlädt. Meiner Meinung nach wird es sehr schwer, einen Weihnachtsmarkt ohne Strom zu organisieren und von einer Beleuchtung mit offenem Feuer, Fackeln, Kerzen usw. halte ich aufgrund der Brandgefahr bei so einem Anlass nicht viel. Von daher denke ich, ohne Stromversorgung wird es nicht gehen.

Und wo Menschen zusammenkommen, da entstehen leider auch Abfälle. Auch diese müssen gesammelt und der Verwertung zugeführt werden. Darüber sollte man sich auch im Vorfeld Gedanken machen.

Der Orga-Platz

Das ist so ein Ding, über das man sicher diskutieren kann. Meine Meinung dazu ist, das diejenigen, die den Weihnachtsmarkt organisieren, irgendwie einen Platz brauche, wo sie hingehen können und erreichbar sind. Ich würde daher immer irgendwas einrichten, und sei es nur ein kleiner Pavillion. Andere mögen das anders sehen.

Die Wahlmodule

Essen und Trinken

Das ist ja so ein klassisches Weihnachtsmarkt-Thema. Bratwurst, Glühwein, Grillfleisch usw. Oder kann man das auch mal anders machen? Meine Idee geht in die Richtung, einen Eintopf kostengünstig (oder ganz kostenlos) an die Besucher abzugeben. So ein Eintopf ist schnell gemacht, es gibt auch gute vegetarische, vegane oder was auch immer Eintöpfe und er macht satt. OK, nach Bratwurst schmeckt er selten. Aber vielleicht kann man sogar essbare Wildkräuter oder andere alternative Dinge einbauen.

Bei den Getränken ist die spannende Frage sicher Alkohol – ja oder nein? Da ich keinen trinke tendiere ich da eher zu nein und damit zu alkoholfreien Heißgetränken wie z.B. Tee. Aber das kann man auch anders sehen.

Schenken und tauschen

Hier würde ich einfach einen Ort schaffen, wo Menschen Dinge, die sie nicht mehr brauchen, eintauschen oder verschenken können. So eine Art Flohmarkt ohne Geld.

Kunst und Kultur

Auch hier gibt es viele Möglichkeiten, von Vorführen (Musik, Tanz, Theater, Sport,…) bis hin zu Künstlern, die ihre Arbeiten vorstellen oder live Arbeiten.

Ruhe

Hin und wieder braucht der Mensch auch Ruhe. Ein Bedürfnis, dass in unserer hektischen Zeit leider häufig zu kurz kommt. Ein Ort der Ruhe, der Stille, wäre sicher eine Bereicherung für einen Weihnachtsmarkt. Vielleicht in Form eines Zeltes mit Sitzgelegenheiten oder sogar Liegen.

Spiel

Menschen spielen. Und nicht nur Kinder, auch Erwachsene spielen gerne (nur geben es die Erwachsenen oftmals nicht zu). Auch hierfür kann man Raum schaffen.

Lokales

Es gibt viele Dinge auch „Vor Ort“, Vereine, Handwerksbetriebe, kleine Geschäfte, kleine Erzeuger, usw. Vieles davon ist unbekannt und vieles bekommt man auch beim Discounter um die Ecke nicht mit. Hier könnte man lokalen Vereinen, Initiativen aber auch Firmen, Landwirten usw. Raum geben, um sich und ggf. ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen.

Treffpunkt

Das Zusammensein mit anderen Menschen ist sicher ein wichtiges Motiv, wenn man auf einen Weihnachtsmarkt geht. Hier könnte man einen Treffpunkt schaffen, z.B. durch Bänke und (Steh-)-Tische.

Diskussion & Gespräch

In unserer Gesellschaft gibt es viele brennende und umstrittene Fragen. Warum auf einem Weihnachtsmarkt nicht auch einen Ort schaffen, wo man diskutieren kann? Z.B. eine kleine Bühne für Podiumsdiskussionen.

Religion

Weihnachten ist ein Fest mit großem christlichen Hintergrund und viele Menschen beschäftigen sich zur Weihnachtszeit auch mit der Religion. Von daher finde ich es Naheliegend, wenn es auf einem Weihnachtsmarkt auch religiöse Angebote gibt. Es wird ja niemand gezwungen, daran teilzunehmen.

Ein paar abschließende Gedanken

Sind die Ideen denn an einen Weihnachtsmarkt gebunden? Nein, natürlich nicht. Man kann einzelnes davon sicher auch zu anderen Zeiten realisieren.

Ja, das waren jetzt ein paar Ideen. Falls jemand ein paar alternative Weihnachtsmärkte kennt oder selbst einen organisieren möchte, über ein paar Hinweise (z.B. hier in den Kommentaren) würde ich mich sehr freuen.

Noch ein kleiner Nachtrag: Es gab im letzten Jahr auch ein paar Presseartikel (und dazu dann im Netz heiße Diskussionen) das man mancherorts den Weihnachtsmarkt nun Wintermarkt nennt. Das wurde alles Arg aufgebaust, siehe z.B. hier im Bildblog. Einen Markt mit Weihnachtsbezug sehe ich als Weihnachtsmarkt. Ein Wintermarkt hat für mich nicht diesen Bezug und könnte z.B. auch im Januar stattfinden.

Linkhinweis: Wildpflanzensammeln als verbindendes Ritual

Im Brennessellobby-Blog von Birgit Brinkmann gab es vor ein paar Tagen einen Beitrag mit einer Idee, welche ich spannende finde: Das gemeinsame sammeln von essbaren Wildkräutern als verbindendes Frühlingsritual.

Sicher sind Rituale für den Menschen wichtig, auf der anderen Seite besteht aber auch die Gefahr, das Rituale als so wichtig angesehen werden, das Menschen direkt oder indirekt dazu gezwungen werden, an ihnen teilzunehmen. Von daher habe ich bei dieser Idee auch ein paar Fragezeichen im Kopf, aber dennoch finde ich die Idee spannend. Was meint ihr denn dazu? Hat vielleicht jemand mit einer solchen Aktion schon Erfahrungen gesammelt?

Beitrag: https://brennnessellobby.wordpress.com/2015/01/10/brennnesseln-starken-die-gemeinschaft/

Softwareempfehlung 3: Expedition durch das Land der Pinguine

Linux. Das freie Betriebssystem begleitet mich schon eine ganze Weile. Kurz nach der Jahrtausendwende habe sogar ich Dickschädel eingesehen, dass AmigaOS keine Zukunft hat und bin auf Linux,  damals auf SuSE Linux 7.2, umgestiegen.  SuSE Linux (Heute: OpenSUSE) gab es damals auf 7 CDs mit 5 Handbüchern. Damals war es an einigen Stellen noch eine ganz schöne Fummelei, die Hardware und Linux unter einen Hut zu bringen, aber ich war Student und hatte von daher ja Zeit…

(Kurzer Hinweis vorab: Die Links in diesem Beitrag führen nicht unmittelbar zu den Linux-Distributionen usw. sondern zu den Beschreibungsseiten in der Wikipedia, das fand ich für nicht-Linux-Nutzer praktischer, da man sich so gleich informieren kann)

Das Bild zeigt den bekannten, etwas rundlichen TUX-Pinguin.

Das Linux-Maskottchen Tux, welches von Larry Ewing (lewing@isc.tamu.edu) mit TheGimp erstellt wurde.

Und wie sieht es heute aus? Für viele Menschen aus der Windows-Welt ist sicher die Modularität von Linux sehr verwirrend. Eine nutzbare Linux-Installation besteht aus dem Linux-Kernel und einem Haufen Anwendungsprogrammen drum herum. Und da gibt es für viele Aufgaben mehr als ein Programm, und so kann eine Linux-Installation sehr verschieden aussehen. In der Praxis bauen sich das aber nur wenige Menschen wirklich selbst zusammen sondern man nutzt eine fertige Zusammenstellung, eine Linux-Distribution. Und von diesen Zusammenstellungen gibt es einen ganzen Haufen, wie man an dieser unvollständigen Liste aus der Wikipedia sehen kann. Die Auswahl der „richtigen“ Distribution ist hierbei von vielen Faktoren, nicht zuletzt auch vom Geschmack der Anwender, abhängig und damit eine nicht ganz so einfache Sache.Und natürlich können sich Linux-Freaks sehr ausgiebig über die „richtige“ Distribution streiten….

Auch wenn ich nicht alle Distributionen kenne möchte ich hier mal zwei Empfehlungen geben.

Wie schon geschrieben war meine erste Distribution ja SuSE Linux und ich bin danach auch lange Zeit SuSE auf meinem privaten Rechner treu geblieben. Irgendwann kamen dann die heute schon wieder etwas verschwundenen Netbooks auf. Da ich einige Zeit lang aufgrund einer Fernbeziehung viel mit der Bahn unterwegs war fand ich diese Netbooks auch sehr praktisch und hatte dort erst eins mit dem chinesischen LinpusLinux (welches meiner Meinung nach wesentlich besser ist als sein Ruf) nachdem dieses kaputt gegangen ist kam dann das heute noch verwendete Netbook mit Ubuntu.

Leider gab es auf meinem aktuellen Rechner mit OpenSUSE immer wieder Probleme. Schon bei der Installation gab es Zicken, einige Programme habe ich gar nicht zum laufen gebracht und die Hardware wollte auch nicht immer so richtig. Dennoch habe ich über ein Jahr mit den Einschränkungen gelebt, wobei ich ein paar Programme einfach in einer virtuellen Maschine mit Ubuntu genutzt habe.

Im Dezember 2014, „zwischen den Jahren“, habe ich dann die Zeit gefunden, Ubuntu parallel zu der bestehenden OpenSUSE-Installation zu installieren. Auch wenn die Unity-Oberfläche von Ubuntu sich schon von dem bisher von mir verwendeten KDE unterscheidet (vielleicht hätte ich besser Kubuntu, die KDE-Variante von Ubuntu, genommen), ich bin bisher sehr zufrieden damit. Die Einrichtung verlief schnell und reibungslos, und auch mit meiner Hardware kam Ubuntu sehr gut klar, nur bei meinem Uralt-Scanner war wenig Handarbeit notwendig (ein EPSON Perfection 1650, läuft bei mir nur mit dem SANE-Backend epson und nicht mit epson2).

Aus diesem Grund ist Ubuntu für mich eine klare Empfehlung, auch für Menschen, die bisher noch nicht so viel mit Linux zu tun hatten.

Nachdem diese Installation dann durch war äußerte auch meine liebe Frau den Wunsch, auf ihrem schon etwas älteren Notebook ein aktuelleres Betriebssystem zu nutzen (möglichst aber so, das sie das bisherige aber auch noch nutzen kann, falls sie damit besser klarkommt). Der Rechner ist wie gesagt schon etwas älter und hat auch nur 256MB Hauptspeicher. Die erste Idee war dann die „Light-Version“ von Ubuntu, Lubuntu. Allerdings benötigt die mehr als die besagte 256MB Hauptspeicher, daher haben wir uns dann für PuppyLinux in der Wary-Variante entschieden. Die Installation klappt ziemlich gut, und es funktioniert. Man kann die üblichen Aufgaben (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation usw.) in dem Umfang, wie man es üblicherweise privat braucht, machen und Internet (E-mail, Web, Jabber…) funktionieren auch. Es ist manchmal nicht ganz so schick, manchmal auch etwas umständlich, und manchmal auch nicht perfekt eingedeutscht, aber ich halte PuppyLinux gerade bei älteren Rechnern schon für eine Möglichkeit, die man probieren sollte.

Und jetzt bin ich mal neugierig, wie es weitergeht. Auf jeden Fall ist es sehr beeindruckend, wie sich die freie Software Linux in den letzten Jahren und Jahrzehnten entwickelt hat. Ich hoffe, es geht weiter..

(Wer mag darf sich jetzt in den Kommentaren darüber auslassen, das ich seine Linux-Distribution, die einzig wirklich gute, hier nicht erwähnt habe 🙂 )

Der Stoff, aus dem die Taschen sind

Gute Ideen müssen ja bekanntlich kopiert werden, daher gibt es heute einen Beitrag über eine Idee meiner lieben Tante: Eine Stofftasche. Auch wenn textile Arbeiten so gar nicht mein Ding sind möchte ich dennoch darüber bloggen.

Stofftaschen sind ja nichts außergewöhnliches mehr und sicher auch die bessere Alternative zur Plastiktüte. Wir verwenden Stofftaschen sehr häufig. Kurz nach Weihnachten 2014 überraschte uns die liebe Tante aber mit einer neuen Variante. Sie hatte noch ein wenig Stoff übrig und wusste nicht so recht, was sie damit machen sollte. Und so kam sie kurzerhand auf die Idee, ein paar Taschen daraus zu nähen und zu verschenken.

Das Foto zeigt eine Stoffasche aus rotem, mit Blumen verziertem Stoff.

Stofftasche

Die Idee, aus altem und/oder nicht anderweitig gebrachten Stoff Taschen zu machen sehr gut und könnte mir auch vorstellen, das man alten Textililen, die man nicht mehr tragen kann (z.B. weil Stellen kaputt sind oder so was, also hauptsächlich Sachen, die man nicht weiterverschenken o.ä. kann) auf diese Weise zu einem neuen Leben verhalfen kann.

Falls jemand zufällig weiß, das solche Taschen schon irgendwo gefertigt werden, bitte gebt mir einen Hinweis (z.B. unten im Kommentar).

Zu dem ganzen noch ein kleiner Hinweis: Bei Entia, dem Online-Versand von Behindertenwerkstätten, gibt es auch Taschen aus alten Kaffeesäcken oder alten Segeln, dies sind aber eher so Umhängetaschen und keine Einkaufstaschen in Art der „Jutebeutel“.