Mehr Verkehr im Heimatdorf

Der öffentliche Personennahverkehr ist ja auch ein Teil der sog. Grundversorgung. Dennoch sieht es, gerade auf dem Land, häufig sehr, sehr schlecht mit Bussen und Bahnen aus. Wobei es in meinem Heimatort Winnigstedt im Moment nicht so ganz schlecht aussieht. Wir haben eine ganz Gute Verbindung mit der Linie 710 nach Wolfenbüttel, nach Schöppenstedt gibt es auch eine Buslinie, welche sich aber stark an den Schulzeiten orientiert und außerdem gibt es noch Anruf-Sammel-Taxis. Das ist nicht schlecht, und wie ich im letzten Jahr bei einem Experiment festgestellt habe kann man auch akzeptabel nach Braunschweig zur Arbeit fahren. Dennoch, wenn man auf den Plan der Buslinien in Winnigstedt und der näheren Umgebung schaut kommt man auf seltsame Lücken, die sich in erster Linie durch Kreis- und Landesgrenzen erklären. Besonders absurd ist die Situation in Bezug auf die Linie 397 Gevensleben-Helmstedt. Für diese Linie befindet sich das Bus-Depot in Winnigstedt, so das viele Busse bis Winnigstedt fahren, aber halten tun sie nur in Gevensleben. Irgendwie klar, Winnigstedt gehört zum Landkreis Wolfenbüttel, Gevensleben zum Landkreis Helmstedt. Richtung Halberstadt hat es immerhin zwischen dem Winnigstedter Ortsteil Mattierzoll und Hessen mal eine Probelinie mit einem Kleinbus gegeben, ziemlich unattraktiv und daher nur von denen benutzt, die nicht anders konten.

Das Bild zeigt den IST-Zustand ÖPVN in Winnigstedt mit den Lücken.

Ist-Zustand ÖPVN-Linien in und um Winnigstdt

Nun ist es im Moment ja so, das die Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel ernsthaft über eine Fusion nachdenken und die Samtgemeindefussion Schöppenstedt und Asse (Verwaltung ist in Remlingen) in trockenen Tüchern ist.  Vor diesem Hintergrund und auch vor dem Problem der endlichen Ressourcen auf diesem Planeten und dem Wunsch, auch auf dem Land ein gutes Leben zu führen könnte man ja mal nachdenken, ob man nicht auch an den Buslinien was dreht. Das hätte auch viele Vorteile, gerade für Menschen, die kein Auto haben (können) und auch für die noch verbliebenen kleinen Betriebe in der Region, die ja auch auf Kunden, Mitarbeiter und teilweise Azubis angewiesen sind, von denen vielleicht auch nicht jeder ein Auto hat. Und auch den vielen älteren Menschen würden bessere Busverbindungen das Leben erleichtern. Klar, das ganze kostet Geld und wird sich wahrscheinlich nicht tragen, aber was ist die alternative? Eine Auto-Region, wo alle unter die Räder kommen, die keins haben? Eine weitere Verödung? Beides ist unschön und kostet auch Geld.

Natürlich stellt sich die Frage, wie genau man die Buslinien führt, da wird es trotz aller Möglichkeiten sicher keine für alle perfekte Lösung geben. Ein erster Vorschlag von mir wäre, das man die Linie 397 bis Winnigstedt verlängert und eine weitere Linie als Verbindung zwischen den Samtgemeindesitzen Schöppenstedt und Remlingen aufbaut und diese dann bis nach Hessen weiterführt. Damit hätten viele Menschen in der Region die Möglichkeit, in einer vertretbaren Zeit mit einer vertretbaren Zahl von umstiegen die größeren Städte Helmstedt, Wolfenbüttel, Braunschweig und Halberstadt, auch über die Landes- und (Ex-)-Kreisgrenzen hinweg, zu erreichen. Und vielleicht würde mit guten Verbindungen auch die Zahl der Fahrgäste steigen.

Das Bild zeigt eine Idee für eine geänderte Linienführung. Die Linie 397 verbindet Winnigstedt und Helmstedt, eine neue Linie Schöppenstedt und Hessen über Remlingen und Winnigstedt)

Idee für eine andere und vielleicht bessere Linienführung

Sicher, dies ist nur eine erste Idee und mancher von Euch wird sicher denken, was wollen die Winnigstedter denn noch, sie haben doch schon einen Bus nach Wolfenbüttel und so wichtig ist das Kaff ja auch wieder nicht, aber damit kann ich leben und ich halte einen Ausbau des ÖPVN für eine gute Sache. (Mosern darf man in den Kommentaren).

Im Großraum-Zweckverband gibt es leider aber entgegengesetzte Überlegungen, dort denkt man über eine Verkürzung der Linie 710 nach, so das sie nur noch Remlingen mit Wolfenbüttel verbindet. Meiner Meinung nach der völlig falsche Weg, so dass ich die Kritik aus der Kommunalpolitik hier voll unterstütze.

Zum Abschluß noch der Link zum Verkehrsverbund Region Braunschweig, dort gibt es auch die Fahrpläne