Softwareempfehlung 3: Expedition durch das Land der Pinguine

Linux. Das freie Betriebssystem begleitet mich schon eine ganze Weile. Kurz nach der Jahrtausendwende habe sogar ich Dickschädel eingesehen, dass AmigaOS keine Zukunft hat und bin auf Linux,  damals auf SuSE Linux 7.2, umgestiegen.  SuSE Linux (Heute: OpenSUSE) gab es damals auf 7 CDs mit 5 Handbüchern. Damals war es an einigen Stellen noch eine ganz schöne Fummelei, die Hardware und Linux unter einen Hut zu bringen, aber ich war Student und hatte von daher ja Zeit…

(Kurzer Hinweis vorab: Die Links in diesem Beitrag führen nicht unmittelbar zu den Linux-Distributionen usw. sondern zu den Beschreibungsseiten in der Wikipedia, das fand ich für nicht-Linux-Nutzer praktischer, da man sich so gleich informieren kann)

Das Bild zeigt den bekannten, etwas rundlichen TUX-Pinguin.

Das Linux-Maskottchen Tux, welches von Larry Ewing (lewing@isc.tamu.edu) mit TheGimp erstellt wurde.

Und wie sieht es heute aus? Für viele Menschen aus der Windows-Welt ist sicher die Modularität von Linux sehr verwirrend. Eine nutzbare Linux-Installation besteht aus dem Linux-Kernel und einem Haufen Anwendungsprogrammen drum herum. Und da gibt es für viele Aufgaben mehr als ein Programm, und so kann eine Linux-Installation sehr verschieden aussehen. In der Praxis bauen sich das aber nur wenige Menschen wirklich selbst zusammen sondern man nutzt eine fertige Zusammenstellung, eine Linux-Distribution. Und von diesen Zusammenstellungen gibt es einen ganzen Haufen, wie man an dieser unvollständigen Liste aus der Wikipedia sehen kann. Die Auswahl der „richtigen“ Distribution ist hierbei von vielen Faktoren, nicht zuletzt auch vom Geschmack der Anwender, abhängig und damit eine nicht ganz so einfache Sache.Und natürlich können sich Linux-Freaks sehr ausgiebig über die „richtige“ Distribution streiten….

Auch wenn ich nicht alle Distributionen kenne möchte ich hier mal zwei Empfehlungen geben.

Wie schon geschrieben war meine erste Distribution ja SuSE Linux und ich bin danach auch lange Zeit SuSE auf meinem privaten Rechner treu geblieben. Irgendwann kamen dann die heute schon wieder etwas verschwundenen Netbooks auf. Da ich einige Zeit lang aufgrund einer Fernbeziehung viel mit der Bahn unterwegs war fand ich diese Netbooks auch sehr praktisch und hatte dort erst eins mit dem chinesischen LinpusLinux (welches meiner Meinung nach wesentlich besser ist als sein Ruf) nachdem dieses kaputt gegangen ist kam dann das heute noch verwendete Netbook mit Ubuntu.

Leider gab es auf meinem aktuellen Rechner mit OpenSUSE immer wieder Probleme. Schon bei der Installation gab es Zicken, einige Programme habe ich gar nicht zum laufen gebracht und die Hardware wollte auch nicht immer so richtig. Dennoch habe ich über ein Jahr mit den Einschränkungen gelebt, wobei ich ein paar Programme einfach in einer virtuellen Maschine mit Ubuntu genutzt habe.

Im Dezember 2014, „zwischen den Jahren“, habe ich dann die Zeit gefunden, Ubuntu parallel zu der bestehenden OpenSUSE-Installation zu installieren. Auch wenn die Unity-Oberfläche von Ubuntu sich schon von dem bisher von mir verwendeten KDE unterscheidet (vielleicht hätte ich besser Kubuntu, die KDE-Variante von Ubuntu, genommen), ich bin bisher sehr zufrieden damit. Die Einrichtung verlief schnell und reibungslos, und auch mit meiner Hardware kam Ubuntu sehr gut klar, nur bei meinem Uralt-Scanner war wenig Handarbeit notwendig (ein EPSON Perfection 1650, läuft bei mir nur mit dem SANE-Backend epson und nicht mit epson2).

Aus diesem Grund ist Ubuntu für mich eine klare Empfehlung, auch für Menschen, die bisher noch nicht so viel mit Linux zu tun hatten.

Nachdem diese Installation dann durch war äußerte auch meine liebe Frau den Wunsch, auf ihrem schon etwas älteren Notebook ein aktuelleres Betriebssystem zu nutzen (möglichst aber so, das sie das bisherige aber auch noch nutzen kann, falls sie damit besser klarkommt). Der Rechner ist wie gesagt schon etwas älter und hat auch nur 256MB Hauptspeicher. Die erste Idee war dann die „Light-Version“ von Ubuntu, Lubuntu. Allerdings benötigt die mehr als die besagte 256MB Hauptspeicher, daher haben wir uns dann für PuppyLinux in der Wary-Variante entschieden. Die Installation klappt ziemlich gut, und es funktioniert. Man kann die üblichen Aufgaben (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation usw.) in dem Umfang, wie man es üblicherweise privat braucht, machen und Internet (E-mail, Web, Jabber…) funktionieren auch. Es ist manchmal nicht ganz so schick, manchmal auch etwas umständlich, und manchmal auch nicht perfekt eingedeutscht, aber ich halte PuppyLinux gerade bei älteren Rechnern schon für eine Möglichkeit, die man probieren sollte.

Und jetzt bin ich mal neugierig, wie es weitergeht. Auf jeden Fall ist es sehr beeindruckend, wie sich die freie Software Linux in den letzten Jahren und Jahrzehnten entwickelt hat. Ich hoffe, es geht weiter..

(Wer mag darf sich jetzt in den Kommentaren darüber auslassen, das ich seine Linux-Distribution, die einzig wirklich gute, hier nicht erwähnt habe 🙂 )