Einsatzfahrsimulator

In den letzten Wochen gab es ja einiges an Aufregung in der „Blaulichtszene“. Einem Notarzt aus Bayern wurde Vorgeworfen, sich bei einer Einsatzfahrt falsch verhalten zu haben und er bekam dafür einen Strafbefehl, welcher später zurückgezogen wurde. Zu der Aufregung rund um den Fall gab es im Blog Feuerwehr-Leben einen sehr treffenden Beitrag, ich möchte diesen konkreten Fall auch nicht weiter kommentieren sondern etwas zu dem generellen Problem schreiben.

Die Nutzung der „Sonderrechte“, wie es im Amtsdeutsch so schön heißt, ist naturgemäß eine kritische Situation im Straßenverkehr da sie von den normalen Dingen abweicht. Dies ist für alle an einer solchen Verkehrssituation beteiligten eine schwierige Situation, und in schwierigen Situationen machen Menschen Fehler. Dies ist eine Tatsache, die man nicht wegdiskutieren kann. Eine Möglichkeit, Fehler zu vermeiden, ist Training. Nur ist ein solches Training im realen Straßenverkehr natürlich auch nicht unproblematisch (und außerdem braucht man dafür Zeit, Fahrzeuge und Treibstoff). Hier wäre es ein guter Weg, die moderne Technik zu nutzen und mit Simulatoren zu arbeiten. Im professionellen Umfeld gibt es ja schon länger gute Fahrsimulatoren und auch bei der Bahn werden Fahrsimulatoren, gerade auch zum Training ungewöhnlicher Situationen, mit Erfolg eingesetzt.

Die Frage ist natürlich, wie man einen solchen Simulator praktisch gestalten kann (und muß). Die einfachste Lösung wäre sicher ein Laptop mit einem Lenkrad davor (es gibt mit TORCS (Wikipedia dazu) sogar eine Open-Source-Fahrsimulation, allerdings nur für Rennfahrzeuge), die High-End-Variante wäre ein nachgebautes Fahrerhaus mit hydraulischer Bewegungsmechanik, und es gibt sicher auch eine Menge an Varianten dazwischen. Aus meiner Sicht wäre da ein Kompromiss das beste, vielleicht ein in groben Zügen nachgestellts Fahrerhaus mit den wichtigsten Bedienelementen und ein paar Monitoren davor. Das ganze könnte man vielleicht sogar in einen Wechselladebehälter reintun und dann zu den einzelnen Blaulichtorganisationen hinkarren.

Ein solches Simulationssystem hätte auch den Vorteil, das man damit auch Fahrten in einer anderen Umgebung (z.B. im ländlichen Raum für Einheiten aus der Großstadt oder auch umgekehrt) trainieren könnte. Gerade für Einheiten, die nicht nur im Umfeld des eigenen Kirchturms eingesetzt werden könnten wäre das schon gut. Und vielleicht kann man einen solchen Simulator auch im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit nutzen um anderen Autofahrern die Gelegenheit zu geben, das korrekte Verhalten bei der Annährung von Einsatzfahrzeugen zu üben. Es gibt da sicher tausend Möglichkeiten.

Sicher ist aber auch, das ein solches Simulationssystem nicht für den sprichwörtlichen Appel und das zugehörige Ei zu haben ist, da wird wohl nur Zusammenarbeit und eine gemeinsame Entwicklung von vielen helfen. Dennoch, ich glaube, das ein solches System was bringt. Und bis es so etwas für alle Einheiten gibt kann man sich ja immer noch auf die Angebote der Spieleindustrie stürzen… 🙂