Ideen für das Leben auf dem Land

Heute gibt es mal wieder eine Bleiwüste zu einem schwierigen Thema: Das Leben auf dem Land.

Als ich 4 Jahre alt war kamen wir, mehr durch Zufall als geplant, in das kleine Dorf Winnigstedt an der damaligen Grenze zur DDR. Das Dorf hatte damals eine ganz Nette Infrastruktur, eine Schule, eine Post, zwei Banken, zwei Lebensmittelläden, mehrere Handwerksbetriebe, ein Friseur, eine Apotheke, ein Arzt und mehrere Kneipen. Und auch die übliche Vereinsinfrastruktur mit Sport-, Schützen-, Kleingarten und anderen Vereinen war vorhanden. Was fehlte war ein Kindergarten, dieser wurde dann mit hohem Engagement von Eltern aufgebaut. Es war ein netter Ort mit einem netten Leben. Natürlich haben sich die Dinge irgendwann geändert, und auch die Grenzöffnung hat einiges verändert. Und irgendwann ging es los, das Geschäfte und Einrichtungen geschlossen wurden, das die Jungen weggezogen sind. Auch ich habe einig Zeit außerhalb von Winnigstedt gelebt (und bin auch froh darüber, mal woanders gewesen zu sein). Wenn ich heute durch mein Heimatdorf gehe, dann sehe ich leere Häuser, leere Geschäfte und verlassene Gebäude. Natürlich gibt es viele Dinge, die noch vorhanden sind, und manche Dinge sind sogar besser geworden. Andere Dinge sind eher bitter, wie der fehlende Arzt (und auch der Arzt in der Kleinstadt Schöppenstedt, zu dem ich danach gegangen bin, hat leider keinen Nachfolger für seine Praxis gefunden). Das Leben auf dem Land verändert sich, viele Menschen ziehen in die Städte, viele Menschen werden Älter. Wie kann man das Leben auf dem Land so gestalten, das es „funktioniert“? Das die Menschen weiterhin eine funktionierende und ausreichende Infrastruktur haben, dass sie gerne auf dem Land leben? Auch die Menschen, die kein Auto haben, auch die Menschen, die eine intensivere medizinische Versorgung brauchen, auch die Menschen, die alt sind oder kleine Kinder haben?

Es sind schwierige Fragen, und ich habe auch kein Patentrezept. Gerne wird nach dem Engagement der Bürger, nach Ehrenämtern und ähnlichem geschrieben. Aber auch dieses hat Grenzen und man darf bei all den wunderbaren Dingen, die in Deutschland ehrenamtlich gemacht werden nicht vergessen, das ein Ehrenamt meist etwas ist, was man zusätzlich zu seinem Beruf und seiner Familie macht. Da hat die zur Verfügung stehende Zeit schon Grenzen. Von daher denke ich, das vieles ehrenamtlich möglich ist (und auch heute schon gemacht wird), es aber doch Grenzen gibt. Außerdem glaube ich nicht, das es richtig ist, wenn sich der Staat immer weiter zurückzieht. Gerade den Stillegungs- und Spar-Wahn im Bereich der Infrastruktur, z.B. im Nahverkehr, finde ich ziemlich daneben. Damit kann man zwar kurzfristig vielleicht ein paar Geldprobleme lösen, langfristig schafft man aber nur noch größere Probleme, da noch mehr Menschen den ländlichen Raum verlassen.

Ein sicherlich richtiger Schritt, der in eine ganz andere Richtung ging, war hier im LK Wolfenbüttel: Breitbanderschliessung (Dazu ein interessanter Artikel bei heise.de). Auch wenn ich selbst aufgrund von Kündigungsfristen wohl noch bis Juni mit DSL-Light auskommen muß, ich finde es gut, das man hier einen Weg gefunden hat, auch auf dem Land, in der Pampa, eine vernünftige Breitbandanbindung zu ermöglichen. Das hilft sicher auch den verbliebenen Firmen weiter, denn in vielen Bereich ist die Kommunikation per Internet heute so selbstverständlich das man ohne Probleme bekommt.

Man sieht, es gibt durchaus auch Dinge, die funktionieren und auch sicher viele Wege, wie man mit wenig Aufwand etwas verändern kann. Ähnlich wie bei den Brennesseln möchte ich hierzu in paar Ideen sammeln und hier auch hin und wieder was schreiben. Schauen wir mal, was dabei rauskommt….