Die Vielfalt der Hämmer

Das Bild zeigt einen Amboss, auf dem ein glühendes Stück Stahl liegt, ein Hammer ist kurz darüber und wird gleich draufgeschlagen.Seid ihr schon einmal in einer Schmiede gewesen? Schmieden sind spannende Orte, es gibt dort das Feuer in der Esse, den großen Amboß und eine Vielzahl von kleinen und großen Hämmern, Zangen und anderen Werkzeugen. Außerdem ist es meist warm, ein wenig schummrig und auch ein wenig dreckig.

Die Hämmer sind ein zentraler Teil einer jeden Schmiede und es ist auch ein zentraler Teil der Schmiedekunst, für jede Arbeit den richtigen Hammer auszuwählen. Mit dem falschen Hammer ist die Arbeit im besten Fall schwieriger und langwieriger, im schlechtesten Fall produziert man nur Ausschuß, wenn man wie wild auf den Stahl einprügelt. Das gilt auch und gerade für den Vorschlaghammer, hier in der Gegend auch liebevoll Mottek genannt, der in fast jeder Schmiede irgendwo in der Ecke steht. Ja, er ist ein wichtiges Werkzeug, aber man braucht für seinen Einsatz Übung, Erfahrung und er wird auch nicht so Eingesetzt, das man wild damit zuschlägt.

Wenn ich mir die Lösungsversuche für die vielen Probleme unserer Gesellschaft, egal ob es dabei um Terrorismus, um Umweltverschmutzung, um Flüchtlinge, um die Inkulsion behinderter Menschen oder um die Gleichberechtigung geht, habe ich den Eindruck, das man immer nur mit dem gleichen Hammer zuschlägt und versucht, alles damit zu lösen. Und bei Problemen wird halt heftiger zugeschlagen, schließlich muß es ja irgendwie gehen. Nein, es geht nicht. Man kann nicht alle Arbeiten mit dem gleichen Hammer ausführen, und man kann auch nicht alle Probleme durch neue, schärfere Gesetze lösen. Es funktioniert einfach nicht.

Für fast alle Probleme in unserer Gesellschaft gibt es Ideen, wie man sie lösen kann. Sicher sind nicht alle Ideen gleich gut geeignet, und manches geht nur zusammen mit anderen Ideen, aber es gibt doch immer Alternativen. Und diese Alternativen sollten wir uns ansehen, bewerten und vielleicht auch mal ein wenig probieren, ob es damit besser geht. Gerade dann wenn die Wege, die wir bisher gegangen sind, nicht funktioniert haben brauchen wir auch den Mut, neue Lösungen zu suchen.

Auch und gerade vor dem Hintergrund der feigen Terroranschläge am vergangenen Wochenende halte ich z.B. die Aufstellung eines zivilen Friedensdienstes (siehe auch) in größerer Stärke durchaus für eine gute Sache. Als Ergänzung zu den Sicherheitskräften.

Wobei für mich auch ein Punkt ganz klar ist: Gewalt gegen anderen ist nie eine Lösung. Auch dann nicht, wenn der andere der verhasste, böse Gegner oder als Polizist ein Vertreter des bösen Staats ist. Schaut Euch an, was die Schmiede mit dem Vorschlaghammer tun, sie schlagen damit ganz vorsichtig zu. Also, die Steine bleiben im Pflaster und Brandsätze sind keine Argumente.