Soziale Gerechtigkeit und Rechtspopulismus

Sorry, es ist wieder eine Bleiwüste geeworden. Aber, ich mache mir Sorgen um Deutschland. Der politische Arm der rechten Deppen sitzt in diversen Landtagen, die rechten marschieren wieder offen auf Deutschlands Straßen und es ergißt sich ein Strom von wirklich abartigem Hass- und Gewaltphantasien durch das Internet, durch Medien und durch unsere Gesellschaft. Warum?

Eine weitere spannende Frage: Warum sind die rechten Idioten gerade in den „neuen“ Bundesländern so erfolgreich? In Dresden gehören ihnen (fast) die Straßen während sie andernorts nicht genügend Menschen für eine Demo zusammenbekommen.

Es sind gute Fragen, und ich weiß auch keine allumfassende Antwort. Nur, es gibt Dinge, die Fallen auf. Die soziale Kluft zwischen Arm und Reich ist in vielen Gebieten in den neuen Ländern größer als im Westen, es gibt viele Arme, verzweifelte Menschen.  Viele Menschen sind heute nur als Aushilfen, als Leiharbeiter, in irgendwelchen „Maßnahmen“ oder „Scheinselbstständig“ beschäftigt. Menschen, die trotz Arbeit arm und verzweifelt sind. Und leider gibt es so etwas auch in vielen Gewerbezweigen. Und  gerade der Tourismus, der ja von Menschen aus dem Ausland lebt und in einigen Bundesländern mit großen Wahlerfolgen der Rechtspopulisten eine der wesentlichen wirtschaftlichen Säulen ist, ist ein notorisches Problemgebiet für „sichere Arbeitsplätze“.

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, es gibt in Deutschland, egal ob in Ost oder West, zuviele arme Menschen. Zuviele Menschen, die auch schon in einer Kultur der Armut leben. Ohne Geld, ohne Perspektive und ohne Hoffnung. Die Rechtspopulisten bieten Ihnen etwas, um ihre Situation erträglicher zu machen. Einfache Lösungen, Schuldige, Versprechungen und das Gefühl, es „denen da oben“ mal so richtig zeigen zu können. Die wenigsten der Wählerinnen und Wähler dieser Rechtspopulisten machen sich wirklich die krude Ideologie dieser Parteien zu eigen, sie wählen sie einfach nur, weil sie auf den Putz hauen, Erklärungen für alle Probleme haben und gegen die (gefühlt) Schuldigen wettern. Für die Zukunft werden wohl viele der armen Menschen in diesem Land ohnehin so schwarz sehen, das sie keine Gedanken daran verschwenden, was diese Rechten aus Deutschland machen würden, wenn sie wirklich an die Macht kämen.

Und während die „Linken“ noch diskutieren, ob man Toiletten nach Männern und Frauen aufteilen sollte, muß oder darf haben die Rechten schon eine Universalantwort auf alle Probleme: „Merkel muß weg !!1!!“. Das ist schön einfach und für jeden Verständlich, ohne Grundsatzdiskussionen in epischer Breite und häufig ohne wirkliche Ergebnisse für die Probleme der armen Menschen. Wer nicht weiß, wie er im letzten Drittel des Monats das Klopapier bezahlen kann interessiert sich selten für Unisex-Toiletten in der Stadtbibliothek.

Die Erfolge der Rechtspopulistischen haben viele Ursachen, aber eine davon ist halt auch die soziale Ungerechtigkeit in diesem Land. Und wenn wir diese Beseitigen könnten, dann wäre auch die Chance, das die Rechten wieder in die Geschichtsbücher verschwinden, wo sie hingehören, ganz gut. Daher wäre es schön, wenn die demokratischen Parteien in Deutschland sich endlich mal intensiv um das Thema „soziale Gerechtigkeit“ in Deutschland kümmern würden und nicht einfach nur versuchen, durch eine Übernahme von Parolen am rechten Rand zu wildern. Ja, soziale Gerechtigkeit ist ein schwieriges, anstrengendes Thema und ich kenne auch keine Patentlösung. Und es ist natürlich auch richtig, das wir damit nur die „Mitläufer“ und nicht die wirklichen Hardcore-Rechten erreichen kommen. Dennoch, wir sollten dieses Thema angehen, bevor andere uns die Chance dazu nehmen und ein Deutschland erschaffen, in dem Angst und Hass regieren und die Gerechtigkeit keine Rolle mehr spielt.

Ein Gedanke zu „Soziale Gerechtigkeit und Rechtspopulismus

  1. Du hast noch „die Ausländer“ vergessen – die AfD wird ja auch von nicht wenigen Besserverdienenden -gebildeten gewählt

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